CSO-Vizepräsident Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe hatte am 20. April 2026 im Rahmen des Europe Housing Days das Privileg, die Veranstaltung mit einer Keynote zu eröffnen und als Erstredner die Ausgangslage zu skizzieren:
Die Immobilienpreise sind in den letzten 14 Jahren um rund 55 Prozent gestiegen und die Mieten an die 27 Prozent. Das ist in einigen Mitgliedstaaten eine Verdreifachung des Preisgefüges. Im Gegensatz dazu sind die Löhne und Gehälter nicht in diesem Ausmaß gestiegen. Und während Familien in ganz Europa Schwierigkeiten haben, ein anständiges, bezahlbares Zuhause zu finden, steht etwa eine von fünf Wohnungen leer.
Als direkt im Bauwesen und Planung arbeitend hat Baurat Kolbe große Erfahrungswerte und kennt diesen Sektor von innen und kann somit aus eigenen Erfahrungen sagen, wie die wirtschaftliche Lage konkret aussieht: Die Arbeitskräfteknappheit und der Kostendruck sind real und auch die Kluft zwischen dem, was wir bauen, und dem, was sich die Menschen tatsächlich leisten können, wird zudem jedes Jahr größer. Nennen wir es, wie es ist: ein Marktversagen.
Die gute Nachricht ist, dass sich die europäischen Gremien (Rat, Parlament und Kommission) der Thematik des „Leistbaren Wohnens“ angenommen und daraus einen langfristigen Schwerpunkt gemacht haben. Bereits 2022 wurde eine Stellungnahme zum New European Bauhaus – attraktiv, nachhaltig und gemeinsam im EWSA mit der CO-Berichterstattung von Baurat Kolbe erfolgreich eingebracht und so wurde er nun mit der Berichterstattung zur effektiven „Anwendung des Neuen Europäischen Bauhauses“ im Rahmen der Housing-Debatte beauftragt, um aus erster Hand, den richtigen Rahmen und die ortsunabhängige Verschränkung von Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Erschwinglichkeit zu erarbeiten.
EWSA-Kolbe dazu: „Politisches Momentum allein wird niemanden beherbergen. Wir brauchen einen echten Werkzeugkasten – einen, der Spekulation bekämpft, Investitionen mobilisiert und Energieeffizienz für diejenigen zugänglich macht, die sie am dringendsten benötigen. Mehr als 30 Prozent der Europäer leben in Mietwohnungen und mehr als die Hälfte von ihnen verfügt über ein eher niedrigeres Einkommen. Im Jahr 2024 konnte fast jeder zehnte EU-Bürger sein Heim/Haus/Wohnung nicht richtig beheizen! Die Thematik beinhaltet nicht nur sozialpolitisches, sondern es geht auch um die Frage der Würde. Bereits mit der Initiative „Housing First“, der einfachen, aber effektiven Idee, dass leistbares Wohnen für jeden möglich sein muss, haben wir die Thematik in den Vordergrund gerückt.
Auch beim heutigen „Housing Day“ in dieser Runde mit politischen Entscheidungsträgern, Praktikern und Vertretern der Zivilgesellschaft aus ganz Europa appelliere ich eindringlich, dass wir diese Themen und Initiativen vorantreiben müssen, damit wir gerade beim ersten EU-Wohnungsgipfel diesen Mai in Nikosia mit echten Lösungen antreten können, um definitiv niemanden zurücklassen. Aus einem Slogan muss Standard werden!“



