Präsentation und Austausch der freiberuflichen Kompetenzen, Werte und ethischen Standards sowie die Anforderungen an die Politik unter dem Motto „Wir wissen, wie’s geht“

Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) als Dachverband der neun Freiberufskammern wurde von Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz ins Hohe Haus eingeladen, um gemeinsam die verschiedenen Berufsstände Freien Berufe vorzustellen und die vordringlichsten Themen mit den fünf Parlamentsfraktionen zu diskutieren. Bei der ersten Vortragsveranstaltung kamen die rechtsberatenden Berufe mit ihren vordringlichsten Themen zu Wort.

Eröffnungsworte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ)

Bereits in seinen Eröffnungsworten ging Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz (selbst im Zivilberuf Rechtsanwalt) auf die Relevanz, Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und insgesamt das fachlich versierte Arbeiten der Freien Berufe ein und brachte das hohe Maß an Vertrauenswürdigkeit zu Ausdruck: „Auf die Freien Berufe kann man sich in jeder Lebenslage verlassen, das bedeutet aber auch einen immensen Druck für jeden, der in einem Freien Beruf arbeitet, denn ganz oben auf der Agenda stehen die ethische Verpflichtung und das Bedürfnis, das beste und das Maximum zum Wohl der Schutzbefohlenen anzubieten und zu leisten – auch in Zeiten des Wandels und fortschreitender Digitalisierung.“

Mit ihren Aufgaben seien sie unverzichtbar für das Gemeinwesen und würden einen wesentlichen Beitrag für eine stabile Gesellschaft leisten. Ihre Unabhängigkeit gewährleistet, dass Entscheidungen und Empfehlungen nicht von äußeren Interessen geleitet seien, sondern allein vom neuesten wissenschaftlichen Stand zum Wohl der Auftraggeberinnen und Auftraggeber. In Situationen, in denen für einzelne viel am Spiel steht, würden die Angehörigen der freien Berufe verlässlich zur Seite stehen. Damit sei auch ein hohes Maß an Verantwortung verbunden, betonte Rosenkranz. Die freien Berufe würden vor tiefgreifenden Veränderungen stehen. Was dabei unverändert bleiben sollte, sei die Unabhängigkeit, die fachliche Qualität und die Verpflichtung zur Verschwiegenheit als Ausdruck der Vertrauenswürdigkeit.

Freie Berufe: Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – “Wir wissen, wie’s geht!” 

Hauptreferat. Freie Berufe: Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – „Wir wissen, wie’s geht!“ Patentanwalt und Präsident der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) Daniel Alge

Dr. Daniel Alge, Präsident der Bundeskonferenz der Freien Berufe (BUKO) und im Zivilberuf Patentanwalt, präsentierte im Rahmen der Vortragsveranstaltung „Freie Berufe in Wandel“ – unabhängig, kompetent, verschwiegen“ im Hohen Haus die Geschichte, Werte, Pflichten, Aufgaben und Leistungen der Freien Berufe mit der Aussage und der gelebten Praxis „Wir wissen, wie’s geht!“. Freie Berufe waren und sind auch im Wandel der Zeit immer zur Stelle, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben geht – wie Gesundheit und Wohlbefinden, das Zuhause und die Umwelt, die Wahrung der Rechte, der wirtschaftlichen Existenz, Besitz und Vermögen sowie die (digitale) Zukunft, Visionen und Innovation.

BUKO-Präsident Alge dazu: „Wir als Freie Berufe haben Kompetenz und Expertise und sind eine unverzichtbare Institution der Zivilgesellschaft, die garantiert, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben verlässlich, verschwiegen, ethisch korrekt und zum maximalen Nutzen der Bürgerinnen und Bürger behandelt werden, selbst und gerade dann, wenn diese Dinge kompliziert, komplex und vielschichtig sind. Unser freiberufliches Anliegen ist nicht die Maximierung unserer Gewinne durch wirtschaftliches Ausnützen der Informations-Asymmetrie, die zwischen den Menschen, die unseren Rat suchen und uns oft in hohem Maße gegeben ist, sondern die Maximierung des Nutzens für unsere Dienstleistungsempfängerinnen und -empfänger!“

Präsident Alge verwies abschließend auf die (System-)Relevanz der Freien Berufe als motivierte und kompetente Leistungsträgerinnen und Leistungsträger, die Konflikte nicht scheuen, im öffentlichen Interesse arbeiten, dem Staat selbst nichts kosten, aber effizient, kostengünstig und unbürokratisch wichtige Dienstleistungen übernehmen und erbringen.

“Kein Privileg, sondern Freiheitsgarantie: Die Verschwiegenheit der Freien Berufe im Rechtsstaat”

Impulsreferat I: „Kein Privileg, sondern Freiheitsgarantie: Die Verschwiegenheit der Freien Berufe im Rechtsstaat“ Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK) Armenak Utudjian

Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK) Dr. Armenak Utudjian ging in seinem Vortrag konkret auf die „Core Values der Freien Berufe“ im Rechtsstaat ein und erläuterte die Freiheit jedes Menschen, sich im Vertrauen und als Schutz auf unabhängige, rechtliche Hilfe gegen Unrecht, Übermacht und Unsicherheit verlassen zu können. Die Rechtsanwaltschaft trete dabei nicht nur als verschwiegener Dienstleister und Beschützer auf, sondern als ein unabhängiger, aber mit hohen Berufspflichten ausgestatteter Mitgestalter der Rechtspflege eines funktionierenden Rechtsstaates: „Besondere Rechte gehen mit besonderen Pflichten einher – strenge Zugangsvoraussetzungen zum Beruf selbst, eine besonders qualifizierte Ausbildung und Verpflichtung zur Fortbildung,  Treue gegenüber Klientinnen und Klienten, Verschwiegenheit und das Verbot von Interessenkollisionen. Dazu braucht es eine starke Selbstverwaltung als Organisationsform beruflicher Unabhängigkeit.“

Konkret appellierte Präsident Utudjian abschließend an die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter des National- und Bundesrates sich für eine Unterzeichnung der Konvention des Europarats zum Schutz des Rechtanwaltsberufes durch die Republik Österreich einzusetzen, damit weiterhin die anwaltliche Unabhängigkeit, der Schutz vor Einschüchterung, das anwaltliche Berufsgeheimnis und damit die Verschwiegenheit als tragende Grundlagen des Rechtsstaats erhalten bleiben.

“Freie Berufe als Säule der Rechtssicherheit”

Impulsreferat II. „Freie Berufe als Säule der Rechtssicherheit“ Präsident der Österreichischen Notariatskammer Claus Spruzina

Präsident der Österreichischen Notariatskammer, Hon.-Prof. Dr. Claus Spruzina, erläuterte in seinem Vortrag die Bedeutung eines modernen Rechtssystems und die zentrale Rolle der Freien Berufe. Diese begleiten und beraten Menschen in allen Lebenslagen und verkörpern somit ein echtes „People’s Business“. Als „Seismographen der Gesellschaft“ verfügen die Freien Berufe über ein besonderes Gespür für die Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen und Wirtschaft und sind dadurch unverzichtbare, erfahrene Partner zwischen Politik und Praxis.

Anhand aktueller Beispiele aus der Weltpolitik verdeutlichte Spruzina, dass Frieden, Stabilität und Rechtssicherheit keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Gerade deshalb werde Europa für seine Rechtsstaatlichkeit, unabhängigen Gerichte, durchsetzbaren Verträge und den Schutz geistigen Eigentums global hochgeschätzt. Gleichzeitig hob Spruzina hervor, wie essenziell der Erhalt der Rechtssicherheit als Wettbewerbsvorteil für Österreich und Europa sei.

Spruzina betonte: „Freie Berufe sind unabhängige Träger, die unparteiisch, objektiv und den rechtlichen Grundsätzen verpflichtet beraten, prüfen, vor Risiken warnen und konkrete Lösungsvorschläge anbieten. Wir übernehmen zahlreiche Dienstleistungen und entlasten damit direkt den Staat und alle Verwaltungsebenen. Als Notariat dürfen wir stellvertretend für alle Berufsstände unsere Vorreiterrolle bei der Digitalisierung hervorheben – so haben wir unter anderem das Elektronische Urkundenarchiv eingeführt, das Zentrale Vertretungsverzeichnis geschaffen, betreiben das Zentrale Testamentsregister und können alle notariellen Dienstleistungen auch online anbieten.“

Abschließend unterstrich Präsident Spruzina das Angebot, die Freien Berufe als Experten mit umfassendem Fachwissen und Umsetzungskraft zu nutzen.

Podiumsgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der fünf Parlamentsklubs. Von links: Journalistin und Moderatorin Nina Kraft, Nationalratsabgeordneter Harald Stefan (FPÖ), Nationalratsabgeordneter Jakob Grüner (ÖVP), Nationalratsabgeordneter Christoph Matznetter (SPÖ), Nationalratsabgeordnete Gertraud Auinger-Oberzaucher (NEOS), Nationalratsabgeordnete Alma Zadić (GRÜNE)

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion der fünf Parlamentsfraktionen wurden neben der Präsenz der Freien Berufe und dem gegenseitigen kultivierten Austausch untereinander im Hohen Haus ua. vorrangige Fragen zum Standing der Freien Berufe im Parlament, zur grundsätzlichen Verschwiegenheit und der notwendigen Verankerung derselben in die Verfassung, Ratifizierung der Österreichischen Konvention zum Schutz den Anwaltsberufs aufgezeigt, aber auch mögliche Konfliktsituationen bei der Ausübung der Berufspflichten, Konsequenzen bei unsachgemäßer Handhabung von KI erörtert sowie die Notwendigkeit der ständigen Weiterbildung/Qualifizierung aber auch den Bedarf an vernünftigen politischen Rahmenbedingungen angesprochen, um die hohen freiberuflichen Standards auch weiterhin zu garantieren.

Fotocredits aller in diesem Beitrag verwendenten Fotos: Parlamentsdirektion/Thomas Topf

Von links: Nationalratsabgeordneter Jakob Grüner (ÖVP), Nationalratsabgeordneter Harald Stefan (FPÖ), Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), Patentanwalt und Präsident der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) Daniel Alge, Nina Kraft Journalistin und Moderatorin, Präsident der Österreichischen Notariatskammer Claus Spruzina, Nationalratsabgeordnete Gertraud Auinger-Oberzaucher (NEOS), Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK) Armenak Utudjian, Nationalratsabgeordneter Christoph Matznetter (SPÖ)

Weitere Informationen:

 

CSO-Vizepräsident Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe hatte am 20. April 2026 im Rahmen des Europe Housing Days das Privileg, die Veranstaltung mit einer Keynote zu eröffnen und als Erstredner die Ausgangslage zu skizzieren:

Die Immobilienpreise sind in den letzten 14 Jahren um rund 55 Prozent gestiegen und die Mieten an die 27 Prozent. Das ist in einigen Mitgliedstaaten eine Verdreifachung des Preisgefüges. Im Gegensatz dazu sind die Löhne und Gehälter nicht in diesem Ausmaß gestiegen.  Und während Familien in ganz Europa Schwierigkeiten haben, ein anständiges, bezahlbares Zuhause zu finden, steht etwa eine von fünf Wohnungen leer.

Als direkt im Bauwesen und Planung arbeitend hat Baurat Kolbe große Erfahrungswerte und kennt diesen Sektor von innen und kann somit aus eigenen Erfahrungen sagen, wie die wirtschaftliche Lage konkret aussieht: Die Arbeitskräfteknappheit und der Kostendruck sind real und auch die Kluft zwischen dem, was wir bauen, und dem, was sich die Menschen tatsächlich leisten können, wird zudem jedes Jahr größer. Nennen wir es, wie es ist: ein Marktversagen.

Die gute Nachricht ist, dass sich die europäischen Gremien (Rat, Parlament und Kommission) der Thematik des „Leistbaren Wohnens“ angenommen und daraus einen langfristigen Schwerpunkt gemacht haben. Bereits 2022 wurde eine Stellungnahme zum New European Bauhaus – attraktiv, nachhaltig und gemeinsam im EWSA mit der CO-Berichterstattung von Baurat Kolbe erfolgreich eingebracht und so wurde er nun mit der Berichterstattung zur effektiven „Anwendung des Neuen Europäischen Bauhauses“ im Rahmen der Housing-Debatte beauftragt, um aus erster Hand, den richtigen Rahmen und die ortsunabhängige Verschränkung von Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Erschwinglichkeit zu erarbeiten.

EWSA-Kolbe dazu: „Politisches Momentum allein wird niemanden beherbergen. Wir brauchen einen echten Werkzeugkasten – einen, der Spekulation bekämpft, Investitionen mobilisiert und Energieeffizienz für diejenigen zugänglich macht, die sie am dringendsten benötigen. Mehr als 30 Prozent der Europäer leben in Mietwohnungen und mehr als die Hälfte von ihnen verfügt über ein eher niedrigeres Einkommen. Im Jahr 2024 konnte fast jeder zehnte EU-Bürger sein Heim/Haus/Wohnung nicht richtig beheizen! Die Thematik beinhaltet nicht nur sozialpolitisches, sondern es geht auch um die Frage der Würde. Bereits mit der Initiative „Housing First“, der einfachen, aber effektiven Idee, dass leistbares Wohnen für jeden möglich sein muss, haben wir die Thematik in den Vordergrund gerückt.

Auch beim heutigen „Housing Day“ in dieser Runde mit politischen Entscheidungsträgern, Praktikern und Vertretern der Zivilgesellschaft aus ganz Europa appelliere ich eindringlich, dass wir diese Themen und Initiativen vorantreiben müssen, damit wir gerade beim ersten EU-Wohnungsgipfel diesen Mai in Nikosia mit echten Lösungen antreten können, um definitiv niemanden zurücklassen. Aus einem Slogan muss Standard werden!“

 

Die Themenbereiche Frauen, Wissenschaft und Forschung betreffen alle unsere Berufsstände direkt und so war uns ein Networkingtreffen direkt mit der höchsten Ansprechpartnerin ein sehr großes Anliegen.

Als wichtige, berufsspezifische Institutionen haben wir und unsere freiberuflichen Kammern große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Rechtsstaat und nehmen diese als unseren zentralen Auftrag wahr. Umso wichtiger ist daher der kontinuierliche Gedanken- und Informationsaustausch sowie die Zusammenarbeit im Interesse der freien Berufsstände. Mit dem Networking mit allen politischen Interessensvertretern wollen wir auf unsere Kompetenzen und Expertise aufmerksam machen und unsere Mitarbeit anbieten.

Bei dem sehr ausführlichen und inspirierenden Gespräch mit Frau Bundesminister Eva-Maria Holzleitner konnten wir freiberufliche Initiativen präsentieren und auch auf einige Punkte aufmerksam machen, die man seitens der Regierung einfacher und effizienter umsetzen könnte:

  • Freie Berufe sind weiblich bzw. werden es, da bei allen Berufsständen der Frauenanteil stetig ansteigt. Vor allem bieten Freie Berufe sehr flexible Modelle in Hinblick auf Karriere, Familie, Versorgungspflichten sowie Möglichkeiten der Entfaltung. Freie Berufe sind somit gute Rolemodels für künftige Generationen.
  • Das ist auch auf Funktionärsebene ersichtlich, die kontinuierlich weiblicher wird. Jede unserer Kammern bietet weiters eine Vielzahl an Initiativen in den Bereichen Gleichberechtigung, Diversität und Inklusion.
  • Auf wirtschaftlicher Ebene wurde der Weiterbestand der Forschungsförderung angesprochen, welche  wesentich zum Wirtschaftsstandort mit exzellenten heimischen Wissenschaftler:innen beiträgt. Damit Start-ups aber Fortbestand haben bzw. nicht Abwandern, braucht es zusätzlich wirksame Konzepte für Finanzierungsmöglichkeiten nach den Gründungen.
  • Ein wesentlicher Punkt war auch das Hintanhalten von Eingriffen in die freiberufliche Arbeit. Aktuelles Beispiel hierfür ist die neue Codierung von ärztlichen Leistungen, welche nicht nur zusätzlichen Bürokratieaufwand mit sich bringt, sondern auch noch Zeitressourcen bindet, die man besser für die Versorgung von Patient:innen nützen könnte – abgesehen davon, dass man mit einen veralteten Codierungskatalog arbeiten muss, der die aktuellen medizinischen Standards nicht abdeckt. Als Lösung wurde konkret vorgeschlagen, dass die Sozialversicherungsanstalten diese Codierung problemlos im Zuge der Abrechnungsroutine übernehmen könnten.

Unsere Ideen und Initiativen haben Interesse erzeugt und es wurde ein kontinuierlicher Austausch in Aussicht gestellt.

v.l.n.r.: KAD Mag. Elisabeth Zimmer (Apothekerkammer), BUKO-Präsident Dr. Daniel Alge (Patentanwalt), Vizepräsidentin Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi (Apothekerkammer), KAD Dr. Christian Sonnweber (Notariatskamer), BM Eva-Maria Holzleitner Bsc, Dr. Jutta Adlbrecht gemeinsam mit Präsident Dr. Johannes Steinhart (Ärztekammer) sowie EWSA-Delegierter Baurat h.C. DI Rudolf Kolbe (Ziviltechnikerkammer)

Wir würden uns auf Ihr Kommen am Mittwoch, dem 22. April 2026, 17.30 Uhr, Lokal 2|Elise Richter, Parlament Österreich sehr freuen!

Im Zuge der ersten Veranstaltung im Parlament werden die rechtsberatenden Berufe der BUKO ihre Kompetenzen, Werte und ethischen Standards als verschwiegene Säule der Rechtsicherheit vorstellen, dabei direkt auf die neuen An- und Herausforderungen des technologischen Wandels eingehen sowie Lösungen und Innovationen präsentieren.

Link zur DIREKTEN ANMELDUNG

Link zur VERANSTALTUNGSSEITE PARLAMENT 

Bitte beachten Sie auch die wichtigen Hinweise für den Zutritt!

EWSA-Delegierter und CSO-Vizepräsident Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe war Gastgeber der österreichischen Teilnehmer beim diesjährigen Your Europa, Your Say! 2026:

Every spring, Brussels becomes a crossroads for youth voices from across Europe. Since 2010, the European Economic and Social Committee (EESC) has opened its doors to young people from EU Member States, candidate countries, and the UK, inviting them to step into the heart of European dialogue.

The event, “Your Europe, Your Say!” (YEYS), is more than a gathering – it is a living laboratory for participatory democracy, a place where ideas are not just exchanged but transformed into recommendations that ripple through the EESC’s advisory and political work. In 2026, YEYS will bring together 137 participants – secondary school students, their accompanying teachers, and young adults, associated with youth organisations, each selected for their motivation, diversity, and commitment to civic engagement.

Rudolf Kolbe: „Today marks the start of Your Europe, Your Say! 2026 at the European Economic and Social Committee in Brussels.
I had the pleasure of welcoming a student and her teacher from Austria, who are taking part in this inspiring initiative. Together with peers from across Europe, they will discuss their ideas and expectations for the future of Europe and the wider world.
At the same time, accompanying teachers are engaging in workshops and exchanges, strengthening cooperation and sharing best practices in education. A great example of how we can empower young people to actively shape Europe’s future!

I also had the opportunity to contribute directly to a workshop for accompanying teachers. Together with fellow EESC colleagues, we presented the role, tasks, and working methods of the Committee, highlighting its importance as a bridge between European institutions and organised civil society. The exchange with the teachers was particularly valuable — their questions and perspectives led to an engaging and meaningful discussion, which I very much enjoyed. Initiatives like YEYS not only empower young people, but also strengthen dialogue with educators across Europe!

Im CSO Bulletin 3/2026 repliziert EESC-Mitglied und Vizepräsident der CSO Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe  auf die aktuelle Debatte hinsichtlich Deregulierung:

CURRENT AFFAIRS: Deregulation – a magic word?

The European Commission announces that a solution has finally been found: fewer rules, more competitiveness. We just need to ‘simplify’, relieve companies of reporting obligations, speed up procedures – and Europe’s engine will be up and running again. Sounds appealing. Almost as if ‘deregulation’ were a magic word.

‘Does this mean new guardrails for the single market?’ – ‘No, we’re dismantling the old guardrails.’ In Brussels, this means ‘

Omnibus’ and ‘easing the burden’. But magic words can have side effects. If simplification is pushed through without a clean impact assessment, without broad consultation and to the applause of well-organised lobbies, the cutting of red tape will quickly result in less democracy.

I share the concern that a wave of deregulation can weaken Europe, especially when it comes about as a result of external pressure. Europe is not a military superpower. Our strength lies in how we arrange our single market and set standards: for health, the environment, fair competition and fundamental digital rights. Relinquishing this ability makes us more dependent –  on supply chains, on platforms and on US tech giants. This dependency is no less dangerous than dependency on supposedly cheap Russian energy or Chinese critical raw materials.

For this very reason, deviating too far from the European Green Deal poses a significant risk to our climate objectives. Treating targets as ‘ballast’ holding us back means losing credibility and the predictability needed for investments. Hastily watering down rules on sustainability, supply chains and transparency does not amount to the neutral cutting of red tape, but rather sends a signal: Europe’s aspirations are up for negotiation.

However, it is true that not every rule is a shield; some are trip wires. Europe has created a network of standards that can lead to double reporting, ambiguity and high transaction costs – especially for SMEs. Competitiveness is created by clarity, stability and speed in permitting, not by frantically backtracking on targets. This saves time, money and nerves – and encourages investment rather than frustration.

The crucial question is therefore not whether or not to regulate. Instead we must ask which rules protect the common good – and which hinder it without measurable benefits. Simplification means preserving objectives and improving pathways; deregulation is about undermining objectives and obscuring responsibility.

Having fewer rules will not make Europe strong. It will become strong by having better rules – and the courage to defend them.

Den Direktlink zur Beitrag finden Sie HIER

Zur gesamten Ausgabe geht es HIER 

Der internationale Frauentag 2026 soll auch für eine neue Ära an Gleichstellung und aktiver digitaler Zukunft und Technologie stehen!

Der Internationale Frauentag rückt die Rolle von Frauen in freien Berufen in den Fokus. Dabei ist erfreulicherweise zu beobachten, dass immer mehr Frauen den Schritt in die freiberufliche Selbstständigkeit wagen. Als Apothekerinnen, Ärztinnen (Human, Tier, Zahn), Notarinnen, Rechts- und Patentanwältinnen, Steuerberaterinnen und Wirtschaftsprüferinnen sowie Architektinnen und Zivilingenieurinnen werden sie zu Trägerinnen von Vertrauen, Verschwiegenheit und Kompetenz. Als Unternehmerinnen, Beraterinnen oder Kreative bereichern Frauen nicht nur die Wirtschaft insgesamt, sondern schaffen dabei selbst weitere nachhaltige Arbeitsplätze und Perspektiven für die Zukunft, tragen wesentlich zum Steueraufkommen bei und holen in den Bereichen Innovation und Technologien auf, denn auch die digitale Welt wird immer weiblicher!

„Natürlich ist auch bei den Freien Berufen ein Mehr an freiberuflichen Unternehmerinnen wünschenswert. Daher arbeiten die Berufsstände konsequent an besseren Zugängen für Frauen zu Netzwerken, Finanzierungsmöglichkeiten, Maßnahmen der besseren Sichtbarkeit von Frauen sowie Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gibt es gezielte Initiativen und Programme, die den Zugang zu Bildung und Technik erleichtern, damit noch viel mehr Frauen die Gelegenheit erhalten, in diesem zukunftsträchtigen Bereich agieren können. KI bietet die Chance, Diversität zu fördern und diskriminierende Strukturen aufzubrechen – vorausgesetzt, sie wird bewusst und inklusiv gestaltet. Der Frauentag ist somit nicht nur ein Tag des Feierns oder Reflexion, sondern auch ein Aufruf, die digitale Zukunft aktiv und gleichberechtigter zu gestalten!“, so der Präsident der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) Patentanwalt Dr. Daniel Alge.

Das Engagement und die Initiativen der Kammern der Freien Berufe zeigen, dass kein Platz für Diskriminierung, Ungleichbehandlung oder Pay-Gaps ist, sondern neue Rahmenbedingungen auch für die digitale Welt geschaffen werden.

Daneben unterstützen auch gezielte Mentoring-Programme Frauen dabei, Hürden zu überwinden und ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen. „Der Frauentag bietet somit Anlass, die Erfolge selbstständiger Frauen zu feiern und zugleich politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen rasch weiterzuentwickeln, damit echte Chancengleichheit in allen Berufsfeldern Realität wird!“, so BUKO-Präsident Alge abschließend.

 

 

EU-Beauftragter Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe gab im Zuge des #EESC Februar Plenary folgendes Statement zur Ausprache über die nächsten Schritte zu „Affordable Housing“ ab:

„Vom Plan zur Tat“ heißt: Schluss mit Symbolpolitik. Wohnen ist zur Existenzfrage geworden – und wenn Europa hier nicht liefert, verliert es Vertrauen und Zusammenhalt.

Der Europäische Plan für erschwinglichen Wohnraum ist ein begrüßenswerter Anfang. Aber solange Wohnen wie ein Finanzprodukt behandelt wird, laufen Förderungen gegen eine Marktdynamik an. Spekulation, Zweckentfremdung und Leerstand gehören deshalb ins Zentrum. Konkret: Jeder Mitgliedstaat braucht ehestmöglich ein belastbares Leerstands-Monitoring und wirksame Instrumente gegen spekulativen Leerstand.

Leistbarkeit ist zudem nicht nur „mehr Quadratmeter“. Das New European Bauhaus ist der Qualitätsmaßstab: nachhaltig, inklusiv und gut gemacht – damit Projekte akzeptiert werden und die Lebenszykluskosten sinken.

Drei Punkte sind jetzt entscheidend:

  1. Tempo: Das bedeutet, so rasch als möglich Genehmigungen beschleunigen, aber auch Über-Standardisierung abbauen, damit innovative, gleichwertige Lösungen rechtssicher möglich werden.
  2. Geld dorthin, wo es wirkt: Das heißt konkret direkt zu Städten, Regionen, Genossenschaften und gemeinnützigen Trägern. Und bei den Vergaben muss vor allem gelten – Qualität statt Billigstpreis mit einem Mix aus Beständigkeit, sozialer Mischung und einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft! 
  3. Schutz vor Verdrängung: Sanierung darf nicht zur „Renoviction“ werden: EU-Mittel nur mit Mieterschutz, fairer Beteiligung – nicht digital exklusiv – und nachweisbarer Senkung von Energiearmut.

Der EWSA hat das in zahlreichen Stellungnahmen bekräftigt.

Jetzt zählen Ergebnisse – spürbar bis zum EU-Wohnungsbaugipfel 2026.

Wir würden uns auf Ihr Kommen am Mittwoch, dem 22. April 2026, 17.30 Uhr, Lokal 2|Elise Richter, Parlament Österreich sehr freuen. Eine persönliche Einladung folgt in Kürze!

Im Zuge der ersten Veranstaltung im Parlament werden die rechtsberatenden Berufe der BUKO ihre Kompetenzen, Werte und ethischen Standards als verschwiegene Säule der Rechtsicherheit vorstellen, dabei direkt auf die neuen An- und Herausforderungen des technologischen Wandels eingehen sowie Lösungen und Innovationen präsentieren.

Wir setzen auch 2026 das Networking mit politischen Interessensvertretern fort und starteten am 22. Jänner 2026 mit STS Sepp Schellhorn zwecks Zusammenarbeit für eine bessere und entbürokratisierte Zukunft der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Als wichtige, berufsspezifische Institutionen haben wir und unsere freiberuflichen Kammern große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Rechtsstaat und nehmen diese als unseren zentralen Auftrag wahr. Umso wichtiger ist daher der kontinuierliche Gedanken- und Informationsaustausch sowie die Zusammenarbeit im Interesse der freien Berufsstände. Mit diesem Networking wollen wir auf unsere Kompetenzen und Expertise aufmerksam machen und unsere Mitarbeit anbieten.

Da STS Schellhorn selbst aus der Wirtschaft kommt, konnten sofort Anknüpfungspunkte gefunden werden:

  • Es wird eine direkte Zusammenarbeit ohne Umwege, aber mit freiberuflicher Expertise erfolgen.
  • Stärkung des Wirtschaftsstandortes durch Bürokratieabbau, Forschung und Innovationen wird prioritär angesehen.
  • Die Reduktion der Verwaltungsebenen und Ausbau der Digitalisierung soll schlank, bürgernah und effizient erfolgen.
  • Jeglicher Fortschritt muss ermöglicht werden und es darf keine Verhinderung von Neuem um sich greifen!
  • Staatliche Eingriffe soll es nur dort geben, wo es wirklich notwendig ist und dabei nicht die Bürger und Unternehmen von vorherein unter Generalverdacht stellen.

Da wir nicht nur über Bürokratie reden, sondern auch konkrete Lösungen haben, wird ein umfassender Katalog an bürokratischen Punkten und Maßnahmen dagegen für das bereits in Planung befindliche 2. Entbürokratisierungspaket vorbereitet.

v.l.n.r.: Mag. Stefan Schneider (Apothekerkammer), Mag. Kristine Rosner (Zahnärztekammer), Präsident DI Marc Keschmann (Patentanwaltskammer), EWSA-Delegierter Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe (Bundeskammer der Ziviltechniker:innen), BUKO-Präsident Dr. Daniel Alge gefolgt von STS Sepp Schellhorn, Präsident Mag. Philipp Rath (KSW), Dr. Lukas Stärker (Ärztekammer) sowie Dr. Christian Sonnweber (Notariatskammer). Präsident Dr. Armenak Utudjian (ÖRAK) war ebenfalls beim Termin anwesend.