Wir setzen auch 2026 das Networking mit politischen Interessensvertretern fort und starteten am 22. Jänner 2026 mit STS Sepp Schellhorn zwecks Zusammenarbeit für eine bessere und entbürokratisierte Zukunft der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Als wichtige, berufsspezifische Institutionen haben wir und unsere freiberuflichen Kammern große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Rechtsstaat und nehmen diese als unseren zentralen Auftrag wahr. Umso wichtiger ist daher der kontinuierliche Gedanken- und Informationsaustausch sowie die Zusammenarbeit im Interesse der freien Berufsstände. Mit diesem Networking wollen wir auf unsere Kompetenzen und Expertise aufmerksam machen und unsere Mitarbeit anbieten.

Da STS Schellhorn selbst aus der Wirtschaft kommt, konnten sofort Anknüpfungspunkte gefunden werden:

  • Es wird eine direkte Zusammenarbeit ohne Umwege, aber mit freiberuflicher Expertise erfolgen.
  • Stärkung des Wirtschaftsstandortes durch Bürokratieabbau, Forschung und Innovationen wird prioritär angesehen.
  • Die Reduktion der Verwaltungsebenen und Ausbau der Digitalisierung soll schlank, bürgernah und effizient erfolgen.
  • Jeglicher Fortschritt muss ermöglicht werden und es darf keine Verhinderung von Neuem um sich greifen!
  • Staatliche Eingriffe soll es nur dort geben, wo es wirklich notwendig ist und dabei nicht die Bürger und Unternehmen von vorherein unter Generalverdacht stellen.

Da wir nicht nur über Bürokratie reden, sondern auch konkrete Lösungen haben, wird ein umfassender Katalog an bürokratischen Punkten und Maßnahmen dagegen für das bereits in Planung befindliche 2. Entbürokratisierungspaket vorbereitet.

v.l.n.r.: Mag. Stefan Schneider (Apothekerkammer), Mag. Kristine Rosner (Zahnärztekammer), Präsident DI Marc Keschmann (Patentanwaltskammer), EWSA-Delegierter Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe (Bundeskammer der Ziviltechniker:innen), BUKO-Präsident Dr. Daniel Alge gefolgt von STS Sepp Schellhorn, Präsident Mag. Philipp Rath (KSW), Dr. Lukas Stärker (Ärztekammer) sowie Dr. Christian Sonnweber (Notariatskammer). Präsident Dr. Armenak Utudjian (ÖRAK) war ebenfalls beim Termin anwesend.

 

EU-Beauftragter Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe präsentierte als Berichterstatter im EWSA-Plenary am 21. Jänner 2026 diese nicht nur für die Freien Berufe wichtige und zukunftsweisende  Stellungnahme im  Rahmen einer hochrangigen Debatte über Künstliche Intelligenz.

Mit dem KI-Gesetz (AI Act) hat Europa einen wichtigen Rahmen gesetzt. Jetzt muss er sich in der Praxis bewähren: Schaffen wir es, KI in der Breite einzusetzen – in Unternehmen, in der öffentlichen Verwaltung und in strategischen Sektoren – und dabei menschenzentriert, vertrauenswürdig und wettbewerbsfähig zu bleiben?

Genau hier liegt die Bedeutung der „Apply AI Strategy“ der Europäischen Kommission: Sie verschiebt den Fokus von der Regulierung zur Anwendung – damit Produktivität steigt, öffentliche Dienstleistungen besser werden und unsere Resilienz zunimmt.

 

In der Debatte nach Präsentation der Stellungnahme besprachen Séamus Boland (EWSA-Präsident), Lucilla Sioli (Direktorin des KI-Büros in der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (GD CONNECT) der Europäischen Kommission), Max Reddel (Direktor für den Bereich fortgeschrittene KI im Centre for Future Generations), Andrea Renda (Direktor für Forschung am Zentrum für Europäische Politische Studien (CEPS)) gemeinsam mit den Berichterstattern Rudolf Kolbe/Miroslav Hajnoš die zentralen Punkte.

  • Durch die Förderung eines politischen Konzepts „KI an erster Stelle“ werden EU-Unternehmen und der öffentliche Sektor ermutigt, bei strategischen Entscheidungen immer zuerst KI-Lösungen zu berücksichtigen.
  • Europa ist jedoch weit hinter den Vereinigten Staaten und China zurückgeblieben, die stark in die Entwicklung von KI investieren, und es herrscht Konsens darüber, dass die EU zu spät kommt und die Entwicklung von KI in großem Maßstab nur langsam voranschreitet.
  • Sie steht nun vor der doppelten Herausforderung, Innovationen zu beschleunigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass KI-Systeme mit den europäischen Werten und Regulierungsstandards in Einklang stehen.

Berichterstatter Rudolf Kolbe dazu: „Es geht um die rasche Umsetzung von konkreten Maßnahmen zur Beschleunigung des Einsatzes von KI in der gesamten EU, insbesondere für KMU und Scale-ups. Es braucht einen einfacheren Zugang zu Finanzmitteln, geringere Verwaltungsanforderungen und klarere Vorschriften für geistiges Eigentum sowie stärkere regionale KI-Ökosysteme, die auf europäischen digitalen Innovationszentren aufbauen, und die Einbeziehung wichtiger Sektoren wie Finanzen, Tourismus und elektronischer Handel.

Dazu sind im Rahmen des EU-Haushalts 2028–2034 nachhaltige Investitionen in KI-Kompetenzen, verhältnismäßige und klare Regulierung, inklusive Governance und langfristige Finanzierung sowie eine strategische Vergabe öffentlicher Aufträge erforderlich, um das KI-Ökosystem, die Wettbewerbsfähigkeit und die digitale Souveränität Europas zu stärken.

Die Umsetzung der KI-Strategie hat große Relevanz und es müssen alle Stakeholder inklusiv und umsetzungsorientiert sein und die Zivilgesellschaft von Anfang an einbeziehen. Mit gezielten Maßnahmen, zum Beispiel im Gesundheitswesen, in der Industrie und im Bauwesen, sowie Sicherheit können wir eine echte Nachfrage nach europäischen Lösungen schaffen. Die EU benötigt zuverlässige Investitionen und praktische Unterstützung für KMU, auch über KI-Erfahrungszentren. KI-Kenntnisse müssen klar definiert und in der Praxis vermittelt werden.“

In der Stellungnahme INT/1105 werden daher konkret folgende Forderungen und Maßnahmen zur umfassenden Umsetzung angeführt:

  • fordert konkrete und schnell umsetzbare Maßnahmen, um die Vermarktung von KI, insbesondere für KMU und Scale-up-Unternehmen, durch einen einfacheren Zugang zu Finanzmitteln, einen geringeren Verwaltungsaufwand, klarere Vorschriften für geistiges Eigentum und die Unterstützung der grenzüberschreitenden Verbreitung auf dem Binnenmarkt zu beschleunigen;
  • unterstreicht die Bedeutung regionaler Kompetenzzentren (unter Nutzung bestehender europäischer digitaler Innovationszentren) und die Einbeziehung unterrepräsentierter Sektoren wie Finanzen, Tourismus und elektronischer Handel, um einen ganzheitlichen und inklusiven KI-Ansatz zu gewährleisten;
  • fordert, dass klare Definitionen für KI-Kenntnisse und -Kompetenzen, einschließlich klarer Definitionen für Weiterbildungsmaßnahmen und fachübergreifende Kompetenzen, um die sichere und wirksame Integration von KI in Schlüsselsektoren wie Gesundheitswesen, Verteidigung, Sicherheit und öffentlicher Sektor zu unterstützen;
  • betont, dass Klarheit und Verhältnismäßigkeit der Rechtsvorschriften, bessere Rahmen für den Datenaustausch und den Schutz des geistigen Eigentums sowie eine inklusive Governance mit einer ausgewogenen Vertretung der Interessenträger erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Verpflichtungen für KMU und innovative Start-up-Unternehmen angemessen sind;
  • fordert eine langfristige Finanzierung und eine strategische Vergabe öffentlicher Aufträge, einschließlich einer verlässlichen Unterstützung im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens 2028–2034, um das KI-Ökosystem, die digitale Souveränität und die industrielle Basis Europas zu stärken und gleichzeitig Transparenz und fairen Wettbewerb sicherzustellen.

Folgende ausführliche DOWNLOADS dazu:

Im EESC-Info 1/2026 repliziert EESC-Mitglied Baurat h.c. DI Rudolf Kolbe auf seine Stellungnahme „Appling AI“:

With the AI Act, Europe has established an important framework. Now it needs to put it into practice!

Are we going to be able to deploy AI across the board – in businesses, in public administrations and in strategic sectors – and still remain human-centric, trustworthy and competitive? That’s what the European Commission’s Apply AI Strategy is all about: it shifts the focus from regulation to application, so as to increase productivity, improve public services and make us more resilient.

There are three central elements to this.

Firstly, the sectoral flagships: targeted measures for healthcare, industry and construction, robotics, energy, mobility, security, agri-food, culture and the public sector could create real demand for European solutions.

In the health sector, AI-powered screening centres and competence networks can enable earlier diagnoses and reduce paperwork – but only if data protection, transparency and clinical validation are taken into account from the outset. In industry and construction, digital twins and AI-enabled automation can improve quality, safety and efficiency, while at the same time addressing skills shortages. Across all sectors, fairness, non-discrimination and fundamental rights must remain guiding principles.

Secondly, cross-cutting measures for SMEs and for people working with AI.

AI use in Europe is still too low, especially among small businesses. It is therefore a good idea to strengthen the European Digital Innovation Hubs and turn them into ‘Experience Centres for AI’. However, SMEs need actual tangible support: easier access to finance, less red tape, workable rules for data use and intellectual property, and hands-on support to commercialise solutions and scale them in the single market. This includes building regional clusters of skills, based on existing strengths, so that every region can benefit – not just those that are already the strongest innovation hubs.

The world of work is just as crucial. AI literacy needs to be clearly defined and taught in practice in a sector-specific way for workers, managers and the public service. The aim of upskilling and reskilling is not just to reduce risks, but also to enable job transformation, improve job quality and increase productivity gains. Where algorithmic management and automated decision-making affect human beings, transparency, explainability and effective complaint and redress mechanisms are non-negotiable if we are to build trust.

Thirdly, governance that is inclusive and implementation-oriented.

A coordinated mechanism – with an AI observatory that develops KPIs, monitors impacts and reports publicly – can keep the strategy on track if stakeholder engagement is balanced and time-efficient. Social partners, SMEs and civil society must be part of the solution from the outset. Additionally, Europe should use strategic public procurement to bring innovative, safe and sustainable AI solutions to the market – solutions that are transparent, competitive and technology-neutral.

Finally, ambition requires reliable investment. ‘Apply AI’ needs predictable, long-term resources for research, computing and data infrastructure, and upskilling and reskilling – particularly for SMEs and regional innovation clusters – in the 2028–2034 multiannual financial framework. Following the withdrawal of the AI Liability Directive, future measures also need to create legal certainty for innovators while at the same time protecting consumers and workers in the single market.

‘Apply AI’ could become Europe’s implementation strategy, translating our values and rules into measurable impact – but only if we pick up the pace, simplify access and make trust our central concern.

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Im CSO-Bulletin 1/2026 ist folgender Gastbeitrag von Ceplis-President Baurat DI Klaus Thürriedl enthalten: REFLECTIONS BY CIVIL SOCIETY PARTNERS: EU BUDGET

Liberal professions welcome positive elements of Commission proposals and reiterate needs of microenterprises

As the single European association bringing together national inter-professional and European mono-professional associations representing the legal, medical, social, and technical professions, the European Council of the Liberal Professions (CEPLIS) has studied the European Commission’s proposals for the Multiannual Financial Framework 2028-2034 – the EU’s long-term budget – with great interest.

We are of course very pleased to observe that the key objective of the proposals is to strengthen the EU, both internally and externally, and to link EU funding to the respect of rule-of-law principles. We were also very satisfied to see that one of the budget’s priorities is making it easier to access affordable housing, including through national and regional plans, especially given that several of our professions have developed very thoughtful proposals, of both national and EU relevance, relating to affordable housing.

Naturally, the fact that a substantial share of the budget is going to be dedicated to education is good news to us, since we have always considered Erasmus+ as a priority that should be linked to the Union of Skills. Many of our organisations support the extension of Erasmus programmes to young professionals, and thus we do salute the Commission’s desire to support life-long learning, training projects, apprenticeships, and up-skilling, in this context.

For the liberal professions, who constitute a key contributor to employment, research, and innovation in the EU, the goals of the future budget relating to investment in the digital transition, its staunch support of the already very successful Horizon Europe funding programme for research and innovation, and the expressed intention regarding stronger consumer protection and cutting red tape, are positive developments.

We note that the Commission pledges simpler and faster EU-funding means for researchers and businesses, which we support. A significant percentage of our colleagues are working in the context of very small or small enterprises, creating growth for the EU, and providing quality services and advice to citizens with a mind to always protecting public health and safety. Bound by strict codes of ethics designed to protect their clients and patients, the professionals working in this context deserve efficient policies that take into consideration the specific nature of their micro-enterprises, allowing them to flourish.

CEPLIS aims to be a positive force for proposals towards this goal, and in general towards the achievement of the results expected by the budget.

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